Zurück zum Glossar

Doppelblindstudie

Auch bekannt als: Verblindung, Doppelblind-Verfahren

Einfache Erklärung

Bei einer Doppelblindstudie wissen weder die Patienten noch die behandelnden Ärzte, wer das echte Medikament und wer das Placebo bekommt. So können beide Seiten die Ergebnisse nicht unbewusst beeinflussen.

Fachliche Details

Das Doppelblind-Verfahren ist der Goldstandard für objektive klinische Studien. Es verhindert, dass sowohl Patienten als auch Ärzte durch ihr Wissen über die Behandlung die Ergebnisse verzerren. Patienten könnten sich anders verhalten oder Symptome anders wahrnehmen, wenn sie wüssten, ob sie das echte Medikament erhalten. Ärzte könnten unbewusst ihre Bewertung der Patienten beeinflussen. Nur wenige unabhängige Personen (meist Statistiker oder Datenmanager) haben Zugang zu den Informationen, wer welche Behandlung erhält. Diese "Entblindung" erfolgt erst nach Studienende oder in Notfällen.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was passiert, wenn in einer Doppelblindstudie ein Notfall eintritt?

In Notfällen kann die Verblindung für einzelne Patienten aufgehoben werden, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Sind alle klinischen Studien doppelblind?

Nein, manchmal ist eine Verblindung nicht möglich oder sinnvoll, etwa bei chirurgischen Eingriffen oder offensichtlich unterschiedlichen Behandlungsformen.

Wer entscheidet über die Entblindung?

Ein unabhängiges Komitee aus Experten überwacht die Studie und kann bei schwerwiegenden Sicherheitsbedenken eine vorzeitige Entblindung veranlassen.